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Archiv für Juli 2008

Alle wollen nur Liebe…

Juli 31, 2008 Will 4 Kommentare

Ich wusste ja, dass die Dating-Webseiten im Web ihren Sinn haben. Social Networking ist ja momentan der Renner: Wirf Deine Privatsphäre weg und werde Mitglied. Gut finde ich natürlich auch, wenn in Partnerbörsen auf die Spiritualität wert gelegt wird, und nicht das wilde freie Vögeln, so wie auf poppen.de, in den Vordergrund geschoben wird. Hier sind mir nun mehrere „Partnerbörsen“ für den Spirituellen in den Browser geladen:

Single Muslim
(Hm, warum tragen die Frauen da alle Kopftücher? Beworben wird auch mit VIER täglichen Eheschließungen über die Plattform. Ich befürchte hier nimmt so manche Schläferzelle ihren Anfang)

Single Christian (SingleC)
Genial ist hier die Bewerbung der Website: Single Christian Network – created by Christians for Christians to help Christians with Christian dating issues. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass man in einen Satz mit 15 Wörtern das Wort „Christian“ fünfmal unterbringen könnte. Ich denke dass man den satz auch nur betrunken wirklich flüssig herausbekommt. Ich empfehle auch die Bilder…da kommt „Christian“ doch nicht an „letzte Hoffnung“ heran. Ich grübel nachwievor darüber, was „christian dating issues“ sein können.

Jewish American Singles
Was die ausgestellten Frauen zwischen 25 und 35 angeht bisher das deutlich leckerste Material. Ich hätte die Website gerne ein wenig weiter bewertet, aber ich unterliege leider einem Bann mit meiner IP-Adresse aus D-Land. Naja kein Wunder, dass eine jüdische Single-Börse deutsche Zugriffe ausfiltert…

Buddhist-Singles oder Buddhist-Singles
Hier gibt es schon keine eigenen Webites mehr, sondern nur Unterseiten von Partnerbörsen. Was auffällig ist, nur Kerle und alles Freaks oder typen die aussehen, als würden sie nachts kleine Kinder zersägen…

hindu-dating.com
Da gibt es kaum was zu zu sagen, außer das die Website nahezu nichtsagend ist, und nicht klar ist, wofür man sich registriert und was das mit Ball-Spielen zu tun hat. Da der Anmeldende der Domain aber auch nur über eine Hotmail-Adresse zu erreichen ist, gehe ich mal davon aus, dass das Angebot eher darauf bezogen ist, eMail-Adressen und Kreditkartendaten zu sammeln.

Ich persönlich finde ja, alle diese Websites brauchen eine API um Daten miteinander auszutauschen, sodass alle Singles in jeder der genannten Partnerbörsen auftauchen…und schwupps ist die Multikultur und Glaubensfülle einen großen Schritt weiter!

Warum ich dieses Posting geschrieben habe? Es geht tatsächlich nicht darum Religion oder das Suchen nach einem Partner gering zu schätzen. Nur ich habe immer dieses eine Bild im Kopf, wenn ich an Partnerbörsen denke: Ich bin mal an einem Internet-Cafe vorbei gekommen, wo man von draussen auf alle Bildschirme sehen konnte. Drinnen waren fünf bis sechs Leute, Männer und Frauen am surfen, jeder auf seinen Monitor starrend und alle in derselben Partnerbörse. Also wenn sie mal nach links und rechts geschaut hätten. Wa soll da werden, wenn ich mich in der Partnersuche über das Internet auch noch auf Religion versteife? Meiner ganz persönlichen Ansicht nach sollte und darf Religion kein Kriterium für die Partnerwahl sein.

Ich habe zudem eine Single-Bekannte die in den Partnerbörsen aktiv ist. Mann Münchhausen wäre peinlich berührt, bei den Differenzen zwischen Realität und Profil die da vorherrschen. Da lobe ich mir doch dann wieder Webseiten wie poppen.de, wo von Anfang an klar gestellt wird, worum es geht: Sexueller Exkurs! Mit einem Bewertungssystem, welches „Fakern“ es äußerst schwer macht, die eigene Wahrheit zu sehr zu pushen.

Kategorien:Einser-Nullen-Acht

Nigger or the N-Word

Juli 27, 2008 Will Kommentieren

Wie mag es wohl sein, ein „Amerikaner afrikanischer Herkunft“ zu sein. Dieser Comedian gibt eine herausragende Einsicht in den täglichen Rassismus aller Seiten (englisch):

http://joost.com/126002f

Sein Argument, dass er eine jüdische Frau „dated“, weil sein Schwanz und Eier religiös besonders aufgeschlossen seien und er ihnen jedweden Erfahrungsaustausch erlauben und sie voll unterstützen will, ist eine multikulturelle Einstellung, über deren Adaption ich nun stark nachdenke…

Kategorien:Tagewerk

Alles, nur nicht die Deutsche Post!

Juli 24, 2008 Will 3 Kommentare

Nunja, die Post verkleinert sich. Die meisten Filialen sollen ausgegliedert werden. Wer auf dem Lande lebt kennt das schon, da zieht die Post-Filiale in irgendeinen Metzgerladen und neben Wurst und Speck gibt es dann, wenn man zu den Postbankkunden gehört, Finanzdienstleistungen dazu. Inklusive dem Getuschel des Metzgers über den eigenen finanziellen Status.
Bei mir im Ort ist das auch so ähnlich. Grandios finde ich die Öffnungszeiten: 9.00 Uhr bis 18:00. Wehe einer der Nachbarn hat dann mal ein Paket nicht angenommen und man hat die „Benachrichtigungskarte“ im Briefkasten. Diese Öffnungszeiten sind für Menschen die Arbeiten gehen, und dann vielleicht auch noch nicht am Wohnort arbeiten, sondern 45-60 Minuten eine Strecke fahren, so wie ich, nicht realistisch. Hätte ich feste Anfangszeiten ginge das schon gar nicht. So kann ich dann häufig gegen 9:00 da mal hinfahren und meine Lieferung rausholen. Bis auf heute. Da war ein Schild in der Tür „Ferienzeiten, Öffnungszeiten von 9:30 – 12:00 und 14:00 bis 18:00″. Bitte? Wer soll das schaffen, bis auf Arbeitslose, Haufrauen, Rentner und Schichtarbeiter, und dann auch nur wenn sie keine Tagschicht haben.
Also jux mal bei der Post/DHL angerufen, wie ich an mein Paket kommen soll. Vorschläge des sehr netten Callcenter-Agents waren:
CCA:“Lassen Sie das Paket doch an einen Ihrer Nachbarn zustellen“.
(Ich wusste das das kommt, der kennt meine Nachbarn nicht)
Will:“ Das sind meine Nachbarn, die ich vom Türschild her kenne, da geh ich doch nicht fragen, ob die Zuhause bleiben um mein Paket anzunehmen“
CCA: „Holen Sie es am Samstag ab“.
(Aha auch einer der glaubt eine Arbeitswoche hört am Freitag punkt 18:00 auf)
Will: „Da arbeite ich.“
CCA: „Lassen Sie es sich in Zukunft an eine Packstation liefern.“
(Grandiose Idee, man befrage Google nach Packstation und lese die Odysseen von Menschen die versucht haben an ihr Paket zu kommen. Schlimmer als Shop in Shop Filialen, da kann man niemanden anbrüllen. Dazu löst das in Zukunft ja nicht mein Problem mit dem jetzigen Paket, also guter Versuch, zudem…)
Will: „Tolle Idee. Die nächste ist 40km von meinem Heimatort entfernt!“
(Als ob ich die Idee nicht auch schon hatte) 
CCA: „Dann sehe ich keine Möglichkeit wie sie an ihr Paket kommen“.
Will: „Das geht so ja nicht wirklich an, oder?“
CCA: „Für dieses spezielle Problem gibt es keine Lösung“
Will: „Das DHL Pakete nur 6,5 Stunden, dazu mitten am Tag abgeholt werden können, halten Sie für ein nur mich betreffendes spezielles Problem?“
CCA: „NUnja…“
Will: „Was ist mit umleiten eines Pakets an eine andere Adresse?“
CCA: „Machen wir ja; an die Nachbarn….“
(Aaaaaaaaaaarghhhhhhhhh!!!!)
CCA (nachschiebend): „Komplettes Umleiten machen wir nicht, weil das verbieten uns die AGBs“
(Aha, die eigenen AGBs verbieten das, und man benutzt es als Argument, warum man es nicht ermöglicht, wie bei der Konkurrenz auch? Kommt das Argument nur mir komisch vor?)

Ich lade heute abend von hier bei der Arbeit ein paar Pflastersteine ins Auto. Der Shop im Shop hat eine riesige Fensterscheibe, ich komme schon an mein Paket, irgendwie!

Bedenkt man dazu, was im Moment betrieblich an Briefen, meistens EINSCHREIBEN wohlgemerkt, verschwinden und bei der Post unauffindbar sind, oder Breifzusteller Briefe als „Unzustellbar“ zurückgeben, von Adressen die so zu 110% existieren, ist enorm. Dazu brauchen diese Briefe dann mal locker 10 Tage zurück, wenn sie dann überhaupt zurück kommen. Wenn das so weiter geht, werden unsere wirklich enormen Porto-Kosten nicht der in den Schlund des unfähigen, trägen, inkompetenten und kundenunfreundlichen Leviathans Deutsche Post fließen. Zum Glück gibt es für alles höher als Normalbrief gute Konkurrenz.

Kategorien:Tagewerk

Kaffee, Menstruation und Sex

Juli 20, 2008 Will 2 Kommentare

Wenn ich samstags nichts vor habe, pflege ich mein Ritual hier über den Markt zu gehen und im „Restaurant“ meiner Wahl, eher ein Café mit Speisekarte ein paar Kaffee zu trinken, etwas zu essen und ein bisschen Zeitschrift zu lesen. Zumeist verweile ich dann dort auch eine ganze Weile.
Nun diesen Samstag war ich dort, hatte bestellt und lass die neuste Print-Ausgabe des Wired Magazine. Nach ca. 10 Minuten kommen zwei Frauen an den Tisch neben mir. Beide Mitte 20, zumindest geschminkt, frisiert und angezogen sehr gut aussehend. Ich bekomme die typischen Blicke von diesem Typ Frau als sie sich setzen und mich einstufen: Übergewicht+Geekzeitschrift+alleine=NERD. Who cares.
Der Laden ist üblicherweise relativ laut und die beiden Frauen unterhalten sich sehr laut und tragend. Die beiden sitzen vor der Karte als mein Essen kommt. Die Eine fragt die Andere was sie denn essen wolle und diese antwortet, dass sie es noch nicht so genau wisse, denn sie fühle sich nicht, denn sie hätte ja ihre Regel und würde dabei ja auch immer bluten wie eine angestochene Sau. Ich denke mir, dass das mehr Detail als benötigt ist, aber OK vielleicht auch eine Information die für die Freundin nicht unwichtig ist. Aber dann geht das Thema im besten und lautesten Plauderton weiter: Das der Freund von der Frau, die vermutlich grad nicht ihre Regel hat, ja während ihrer Regel immer Sex wolle, was man an Mittelchen da schon durchprobiert hätte und, da dass immer die Bettwäsche so ruiniert,  man dazu übergegangen ist, den Sex dann unter der Dusche zu machen. Ich hoffe nicht zu kleinlich zu sein, aber Ausmaß und Detail gingen mir doch deutlich zu weit.
Also nahm ich jux mein Handy, rief Schatzi an, setze sie kurz über den Tag der Medizin in Kenntnis und sage lauter, dass ich gerne mit ihr über die neusten Entwicklungen in Bezug auf meine vermeintlichen Hämorrhoiden, deren Aussehen, Form und Behandlung informieren möchte. Schatzi jault ins andere Ende der Leitung: Nein, Nein, Nein aufhören, aufhören, aufhören! Bilder, Bilder, Bilder! Ich stelle fest, dass die Schlachtsau und die Sexsklavin von nebenan verstummt sind und Dolche in meine Richtung starren. Ich frotzel noch ein wenig mit Schatzi in angemessener hörbarer Lautstärke über die Sache an sich und lege auf. Die Schlachtsau pluster sich auf, und plustert sich auf, und plustert sich auf, bis ich denke, dass sie gleich platzt, also sehe ich rüber und ziehe eine Augenbraue hoch. Der Kellner rettet Will vor einer wilden Schimpftyrade indem er an den Nebentisch liefert. Ich gehe wieder an mein Essen und ignoriere die Beiden, mich in Lektüre vertiefend, in dem tiefen Wissen, meinem Karma wieder schweren Schaden zugefügt zu haben.

Kategorien:Tagewerk

Mario Barth Olympiastadion 12.07.08

Juli 13, 2008 Will 2 Kommentare

Wir waren gestern mit 70.000 anderen Leuten im Olympiastadion in Berlin, um das Tourende von Mario Barths „Männer sind primitiv aber glücklich“-Tour zu sehen. Leider wussten wir nicht, dass dort bereits ab 16:00 Party war, mit Chulcha Candele und Co als Acts. So waren wir um 18:30 da, 19:30 sollte es losgehen:

Olympiastation Rappelvoll
Olympiastadion Rappelvoll

Ich muss zusammenfassend sagen: Nur geil! Eine geniale Atmosphäre. Special Guest waren Silbermond, welche um 19:00 auftraten, weil sie eine Wette gegen Mario verloren hatten. Inhalt der Wette war wohl: Wenn Du das Olympiastadion voll bekommst, kommen wir und spielen was Du willst! Naja und da das Stadion voll war, musste die Frontfrau von Silbermond eine Reihe netter Songs trällern, von Mario selber ausgesucht: Highway to Hell (ACDC), Cherry Lady (Modern Talking), Lebt denn der alte Holzmichel noch (Randfichten) und Wahnsinn (Wolfgang Petry). Leid tat mir der Drummer, der das Ganze wohl verantwortlich verzapft hat. Dieser wurde gezwungen zu singen. Man sah ihm an, dass das der schwerste Moment seines Lebens war…aber alle haben ihm „beim Lied mit nur einem Accord“ geholfen :)

Mario war super drauf, Stimmung bei Publikum & Crew ausgelassen: So kann das nur in Berlin funktionieren…
Stimmung im Olympiastation

Stimmung im Olympiastation

Und zum Ende das Bad in der Menge:
Das Bad in der Menge

Das Bad in der Menge

Das Finale war ein grandioses Feuerwerk, dass das Olympiastadion in Blitze, Rauch und Stimmung hüllte.
Ich muss sagen, ein sehr schönes Wochende in Berlin, dass heute mit einem tollen Frühstück am Teltow-Kanal auf einem Schiff und anschließender kleiner Berlin Tour endetete.
Dazu versucht Mario Barth noch einen Weltrekord aufzustellen; Den längsten DVD-Abspann der Welt. Jeder der dort war, sollte seinen Namen und Wohnort hinterlassen, dann würde man im Abspann auftauchen. Mal schauen, ob ich dann da drinnen stehe :)
Kategorien:Tagewerk