Wills erstes Mal mit der Neuen: Sie ist klein und handlich.
Nun, ich weiß nicht wie ich anfangen soll, ab heute habe ich eine Neue. Sie steht grade hinter mir und mein Blick wandert nach dem tollen Spaß den wir grade hatten immer wieder zu ihren tollen Formen. Keine saugt wie sie…
Bitte? Jetzt nimm die Hand aus der Hose Du Idiot! Ich rede von meinem neuen Staubsauger! Und der Spaß bezieht sich bestimmt nicht auf Sachen, die die Mediziner auch gerne „Staubsaugerverletzung am Penis nennen!“.
Sie ist eine Vampyrette 2.0 von AEG – Elektrolux. Ich wohne seit Jahren in Wohnungen, welche komplett gefliest/PVCed/Laminat waren (sind). Bisher habe ich immer das gleiche Reinigungsritual gehabt: Fegen, Wollmäusen nachjagen, fegen und dann endlich wischen. Ich habe alles probiert was der werbende Hausfrauenmarkt an anti, voll/unstatisch Bodenreinigungsdingern anbot und bietet. Einige waren besser als Andere, und die Meisten für mal eben husch-husch ganz gut, oder wenn man täglich seine Wohnung komplett reinigt. Da ich (noch) zu der arbeitenden Bevölkerung gehöre, ist das bestimmt nicht mein Anliegen. Und da war dann immer das Problem, dass Laminat irgendwie Staub und Flusen anzuziehen scheint. Jetzt war ich genervt.
Also ab in Elekto-Großhandel und sich umgeschaut. Ich habe noch nie einen Staubsauger gekauft, also habe ich mich bestimmt so lange da rumgedrückt, wie man das bei einem Freier beobachten kann, der das erste Mal zu einer Hure geht, bevor er sich traut, diese anzusprechen, wie man das hier bei den Damen in ihren Wohnwagen immer so schön beobachten kann: Noch ne Kippe, noch ne Kippe, noch ne Kippe und dann endlich mal hingehen…aber zurück zum Thema:
Ich habe fast alles mal in die Hand genommen, Anleitungen studiert und neuen Respekt vor Hausfrauen gewonnen, die die Dinger immer mit einer grazilen Art bewegen, obwohl da mal eben ein paar Kilo schwerer Klotz dran hängt. Ich habe mich dann für einen Stabstaubsauger entschlossen, besagter Vampyrette. Nun war auch grad ein Schild daran: „Denken Sie an die richtigen Staubsaugerbeutel“. Hm. Natürlich hatte der Händler grade die NICHT da, wie es für mich aussah. Also eine Verkäufein befragt, die auch jux meinte, dass sie die bestellen wird. Ich äußere enttäuscht darauf, dann könne ich das Ding nicht kaufen. Sie schaut mich mit großen fragenden Augen an und ich erkläre weiter, dass ich ja ein Mann sei, was bedeute, ich würde einen Jahresvorrat an Staubsaugerbeuteln dazu kaufen oder gar nix. Naja eigentlich habe ich sowas immer gerne im Haus, weil ich ansonsten die Neubesorgung dann bestimmt vergesse und mit ein wenig Vorrat kann Mann dann planen (Letzte Packung aufgemacht, neue besorgen – funktioniert mit Klopapier seit Jahren).
Sie schaut mich ratlos an, und fragt ob es wirklich so schlimm wäre, wenn sie die jetzt bestellen würde und die in zehn Tagen da wären. Ich hätte da ja jetzt einen Beutel drinnen oder ob ich soviel zu saugen hätte. Ich frage mich kurz ob ich eine anzügliche Erwiderung darauf mache, lasse das dann aber. Wegen dem Karma und so. Ich fragte kurz nach, ob auch bestimmt einer darin wäre und als sie das fest bejahte, stimmte ich der Bestellung zu.
Am PC wurden dann meine Daten aufgenommen und sie meinte dann, sie müsste eine Anzahlung von 10€ veranschlagen und ob das in Ordnung wäre. Ich antworte ein klares „Nein“.
Man sieht ihren Blutdruck ruckartig um mindestens 1/3 steigen. Als sie Luft holt um was zu sagen, erweitere ich mein Nein schnell damit, dass ich jetzt Alles bezahle wolle, diese Anzahlungsdinger wären nicht mein Ding. Sie schaut kurz auf den PC und sagt „Das geht nicht!“. Jetzt ist es an mir, sie fragend anzusehen. Sie fährt fort: „Hören Sie, ich muss einen Betrag offen lassen, weil ansonsten das System die Ware als verkauft und ausgeliefert ansieht und Nichts bestellt wird. Also lasse ich die letzten 97 Cent offen, ist das in Ordnung!“.
Ich sehe ein, die arme Frau genug gequält zu haben, verbeisse meinen Kommentar, dass einer der größten deutschen Elektronik Discounter nicht mit Vorausszahlung klar kommt und bejahe lächelnd. Mit der Rechnung in der Hand wünsche ich einen schönen Tag und einen schönen Feierabend wenn er dann kommt und man sieht bei ihrem „Vielen Dank“ in ihrem Gesicht ein „hoffentlich mit nicht noch mehr Idioten wie Dir“. Verfluchtes Karma!
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