Archive for the ‘lebensuntauglich’ Category
Mittelstandsmütter
Definition: “Die versuchen ihre Kind schadsofffrei in jeder Hinsicht und waldorfpädagogisch wertvoll zu erziehen”.
Hach wie treffend. Mein neues Lieblingswort.
Michael Jackson, ein Tribut! *hust*
We will miss you! :´(
Pietät? Morgen!
Ich stehe mit meinem Auto während der Arbeitszeiten, immer an einer netten kleinen Straße, 30-Zone, kleiner Park dran, auf dem Seitenstreifen der an eine große Hecke grenzt.
In meinem morgentlichen Pessimismus bin ich, wie manchmal üblich, mit einem pfeifenden Liedchen auf den Lippen ausgestiegen. Heute mal “Always look on the bright side of Life”. Ich pfeife so vor mich hin, während ich meinen Kram aus dem Auto nehme. Schaue dann mal zu der Hecke und einem kleinen Loch darin.
Dahinter eine Ansammlung von Leuten. Also gehen meine Gedanken, weiter vor mir her pfeiffend, wie folgt:
Will: Hm. Warum stehen da morgens um neun so viele Leute in dem Park-Grundstück?
Will: Hm. Warum sind die alle so rausgeputzt?
Will: Warum tragen die alle schwarz? Für Gothic-Typen sind die zu alt.
Will: Was macht der Pfaffe da?
Will: Ist das ein Fried…? Fuck!
Das Liedchen verstarb dann mal kläglich von den Lippen. Wenn Blicke töten könnten, hätte ich mich in die Kuhle dazu legen können…irgendwie war ich noch nicht so wach, denke ich. Koffein-Entzug!
Rammstein + Konzert = Zwangsmitgliedschaft?
Rammstein geht wieder auf Tour. Ich werde gerne hingegangen. Vorverkauf läuft ab heute. Aber Rammstein hat sich ja was ganz besonderes ausgedacht: Um “Betrug” und “aberwitzigen Preisen” vorzubeugen, werden die Karten nur über den Rammstein-Shop verkauft. Dafür musste man kostenpflichtiges Mitglied der Rammstein-Community werden, um zwei Karten reservieren zu können, was noch 18€/Jahr und bald 25€/Jahr kostet, oder zwei Karten pro Interessent personalisiert, also mit Namen auf Karte, ab heute kaufen.
O-Text von der Rammstein Seite, die übrigens (natürlich) heute zusammen gebrochen ist:
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“Achtung! Achtung!
Für Konzerte in Deutschland ist NUR der Rammsteinshop berechtigt Tickets anzubieten.
Die wahnwitzigen Preise der Ticketbörsen mit illegalen Angeboten sind Betrug!
Fallt nicht darauf herein!
Rammstein kämpft mit seinen Partnern gegen diesen Betrug.
Künstler und Veranstalter auf der ganzen Welt kämpfen gegen diesen Betrug.
Helft uns dabei!
Ihr lauft sonst Gefahr Euer Geld zu verlieren, keine bzw. gefälschte Tickets zu erhalten oder am Einlass des Konzerts abgewiesen zu werden!”
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Der letzte Absatz ist natürlich reine Panikmacherei, weil rechtlich vermutlich nicht zu halten. Aber das werden die Herren von Rammstein vermutlich wissen. Nimmt man die Definition von Betrug: ” im strafrechtlichen Sinn ein Vermögensdelikt, bei dem der Täter in rechtswidriger Bereicherungsabsicht das Opfer durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen gezielt so irreführt, dass es sich selbst oder einen dritten am Vermögen schädigt” (Quelle: Wikipedia), ist das sicherlich die alleinige Ansicht der Rechtsbeistände von Rammstein. Ich würde gerne das Urteil lesen, dass diese Auffassung so bestätigt.
Gebracht hat das im Übrigen auch nichts, nimmt man einen aktuellen Screenshot von Seatwave:
Worum geht es also? Um Geld natürlich! Nicht das Betrug oder “Schwarzhandel”, wie die Veranstalter das gerne nennen, unterbunden wird, sondern das mehr Geld bei Rammstein und dem Management bleibt: Ich muss Zwangsmitglied für zwei Karten werden, wenn ich sie reservieren will und damit ein Vorkaufsrecht habe, was im Moment noch 18€ sind. Die Tickets kosten um die 60 €. Klassische Vorverkaufsgebühren sind 10%. Die Systembetreiber wie eventim, die einen bundeseinheitlichen Verkauf machen, bekommen in der Regel vermutlich 1-2€ pro Ticket. Also rechnen wir:
Community-Mitglied 9,00€ (18€/2)
Ticket 6,00€ (VVK)
System ca.1,50€ (Systembetreiber)
Summe 16,50€
und das pro Ticket. Macht alleine für die Color Line Arena Hamburg ca: 245.000€, für die ganze Tour also ungefähr zwei bis drei Millionen Euro.
Also Rammstein und deren Management sollen mir nicht erzählen, es ginge um Betrug oder überhöhte Preise. Es geht darum dass Geschäft alleinig über eigene Vertriebswege zu machen. Diese Auffassung hätte ich den Herren auch gerne mitgeteilt, doch bei aller Geldversessenheit war nicht genug übrig, die IT-System dementsrechend auszulegen, es lässt sich nichtmal das Impressum aufrufen:
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So ist es, wenn man ins große Geschäft einsteigen will, aber das ganze stümperhaft angeht. Systeme wie Eventim, Ticketmaster, Ticket-Online, Kartenhaus, etc bekommen das Geld pro Ticket zurecht, sie können mehrere tausend Zugriffe pro Sekunde auf ihren Servern verkraften. www.rammstein.de offensichtlich nicht.
By the way: Ich sehe natürlich auch den Unmut der Künstler und Geldverdiener Rammstein, wenn sie sehen, das Tickets für das Dreifache und mehr weggehen, sie selber davon aber nur einen Bruchteil sehen und sich abrackern. So eine Tour ist sicherlich ein Zuckerschlecken.
Diese Preistreiber in den Börsen SIND die Pest am Arsch der Konzertwelt (O-Ton Tote Hosen). Fans aber in eine Community-Zwangsmitgliedschaft zu treiben, deren rechtliche Grundlage den Ticketbezug knebelt, sind die berühmten Kanonen auf Spatzen.
Preise hält man nur gering, wenn man für eine ausreichende Deckung am Markt sorgt. Künstliche Verknappung, wie es hier geschieht, lässt die Preise auf dem B-Markt, den es immer gibt und geben wird, nur noch mehr steigen.
Was hat mein Name auf der Karte zu suchen? Was habe ich meine kompletten persönlichen Daten für einen KONZERTbesuch im Vorfelde offen zu legen?
Ich will zu Rammstein, nicht in die USA einreisen. Rammstein singt auch gerne mal kritisch. Für mich, ab dieser Nummer, wenn es um deren Portemonaie geht, allerdings in Zukunft unglaubwürdig. Wie singt Rammstein noch in Amerika:
“[...] Wenn getanzt wird will ich führen, Auch wenn ihr euch alleine dreht, Lasst euch ein wenig kontrollieren, Ich zeige euch wie’s richtig geht [...]“.
Ich würde sagen, die Herren von Rammstein & Co haben gut gelernt und abgekupfert.
Für mich ist das Ganze mal wieder ein Punkt, in kein Konzert zu gehen, man bedenke auch die Preise, und meine Freunde/Kumpels lieber mal zum Essen einzuladen und nen schönen Abend zu haben. Denn bei vier Leuten kommt man mit weniger als 200€ hin.
Ich glaub, ich bin zu fett…
Prima! Fünfte Woche im neuen Job und ich breche in der Küche in den Fußboden ein:
Jetzt haben die Kollegen was zu lachen. “Ach Herr Will, ist das nicht der Typ der hier in der Küche dank seines Gewichts in den Boden eingebrochen ist?!”.
So will man, dass man über einen spricht. Dazu tut meine Hacke noch weh wie sau, hab da wohl was überdehnt. Ist das nicht ein Arbeitsunfall? *grübel*

