An die Einsamkeit

Dezember 23, 2009 Will 2 Kommentare

Sei du mein Trost, verschwiegene Traurigkeit!
Ich flieh’ zu dir mit so viel Wunden,
Nie klag’ ich Glücklichen mein Leid:
So schweigt ein Kranker bei Gesunden.

O Einsamkeit! Wie sanft erquickst du mich,
Wenn meine Kräfte früh ermatten!
Mit heißer Sehnsucht such’ ich dich:
So sucht ein Wandrer, matt, den Schatten.

Hier weine ich. Wie schmähend ist der Blick,
Mit dem ich oft bedauert werde!
Jetzt, Tränen, hält euch nichts zurück
So senkt die Nacht Tau auf die Erde.

O daß dein Reiz, geliebte Einsamkeit!
Mir oft das Bild des Grabes brächte:
So lockt des Abends Dunkelheit
Zur tiefen Ruhe schöner Nächte.

(Johann Timotheus Hermes)

Kategorien:Lebensuntauglich

Tüte über dem Kopf…?

Dezember 18, 2009 Will 3 Kommentare

Auf was für Ideen einen Warnhinweise, wie hier auf einer Toner-Verpackung, nicht so alles bringen, an einem blöden Arbeitstag wie heute:

Choking Hazard

Meine Kollegin darf keine Frau sein!

Dezember 17, 2009 Will 2 Kommentare

Aus heute eingetroffener Werbung für ein “Sensibilitätsseminar”:
“[...] wir schulen Ihre Mitarbeiter darin, auch mit dem heiklen Thema Sexualität sensibel umzugehen und vermitteln Fähigkeiten, [...], die besonders Ihrem Führungspersonal die Fähigkeit vermittelt, Mitarbeiterinnen nicht mehr als Frauen sondern als Menschen zu sehen [...]“.

Moooooooooooment! Ich denke dass der Spuch zur Kollegin am Abend: “Komm Baby, blas mir einen!” schon generell ein “no go” ist. Aber was impliziert obige Aussage? Frauen als Menschen sehen? Hallo? Ich weiß es gibt da böswillige Gerüchte, aber wir durchschnittlich intelligenten Männer sehen den Begriff und das Geschlecht “Frau” nicht generell als minderwertige Bezeichnung an, zumindest Niemand den ich kenne. Es gibt da eine klare Definitionskette: Mensch, dann Frau (oder Mann). Natürlich darf ich das Geschlecht, als eines der personenbezogenen Merkmale, wie auch Rasse und ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität (siehe auch Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)) nicht als Grundlage einer Diskrimierung benutzen! Dazu brauch ich nichtmal ein Gesetz, es ist eine Frage des Respektes.

Aber wir unterscheiden uns nunmal! Wir sind nunmal Frau oder Mann, haben unterschiedliche Pikmentierung der Haut, beten zu unterschiedlichen Göttern, wenn dann überhaupt, oder haben spezielle sexuelle Vorlieben. Diese Unterschiede machen unser soziales Leben aus. Diese Unterschiede negieren zu wollen ist völliger Unsinn. Es sind Unterschiede. Erst wenn diese zu Wertungen werden, muss man daran arbeiten. Im Übrigen…eine “wirkliche” Gleichberechtigung würde bedeuten Männer- und Frauentoiletten abzuschaffen und zusammen zu legen. Es ist nicht alles böse, was auf geschlechtlicher Diffenzierung beruht.

Achja, das Seminar kostet für bis zu 10 Mitarbeiter 2500€ netto.

Spitznamen, Pseudonyme, das Ende von “Will”?

Dezember 6, 2009 Will 9 Kommentare

Wikipedia beschreibt einen Spitznamen wie folgt: “Obschon sich beide Begriffe überschneiden, unterscheidet sich der Spitzname vom Pseudonym. Er ist nahezu nie selbstgewählt, auch spielen Zustimmung (oder Ablehnung) des Benannten keine Rolle.”

Ich persönlich mochte meinen bürgerlichen Vornamen noch nie so sonderlich, naja zumindest seit meiner Pubertät. Ich fand immer Leute toll, die einen Spitznamen hatten – wie kindisch und unselbstbewusst.

Nichtsdestotrotz war ich froh, als das Netleben anfing, dass man sich dort Pseudonyme wählen konnte, also einen Namen als Netizen aufbauen konnte. Ein paar gab es da über die Zeit. Da die Leute viel nur diesen Namen lesen, wird aus einem selbstgewählten Pseudonym, besonders im Rollenspiel, schnell ein Spitzname. Daher ist im Netzbereich die Wikipedia-Definition nicht richtig. Es ist nur so, dass wenn der Bereich, in welchem der Spitzname/Pseudonym bekannt wird, sich auflöst, dieser auch wegfällt. Dieses geht mir mit “Will” grade so. Alle Leute die diesen Spitznamen mal geprägt haben, sind mittlerweile “unbekannt” oder der Kontakt nicht mehr vorhanden. Ich kenne noch haargenau EINEN der mich so nennt, und das ist “Opa”.

Ich hatte neulich als ich mal wieder in meiner Heimatstadt war das Erlebnsi 2ter Art, dass mich ein sehr alter Herr ansprach, und fragte, was ich für ein “Geborener” wäre. Ich antwortete natürlich artig, und dann meinte der “Ah, jetzt weiß ich warum Du Nante so ähnlich bist!” Ich sagte etwas freundliches, schob das auf Altersdemenz, und verabschiedete mich. Ein paar Tage später kam das Gespräch mit meiner Mutter auf meinen biologischen Großvater, der bereits 1944 von meiner Oma, noch wegen “böswilligen Verlassens”, geschieden wurde. Etwas was ich erst erfuhr als ich 10 oder so war. Da erklärte sich dann auch zu mir, warum der Mann immer so freundlich zu mir gewesen war. Ich habe, auf Wunsch meiner Mutter, meinen “Großvater” zu meiner Konfirmation eingeladen und ihn auch folgend immer als freundlichen Mann kennen gelernt. Ich kann natürlich verstehen, dass die Sicht meiner Mutter da ein wenig anders geprägt ist.

Ich war natürlich neugierig, woher der Spitzname “Nante” stammt. Und bin über einige Verweise hierhin gekommen: Wikipedia – Nante. Ich las den Artikel, erinnerte mich an den alten Mann, nehme mein Selbstbild, was vielleicht ein paar Mitlesende bestätigen können und wusste, dass passt! Besonders, nimmt man ab dem Alkoholismus diese Beschreibung “An der Straßenecke [...] wartend, kommentierte er, was sich um ihn ereignete mit einem Witz, der ihn zum [...] Original machte.” Nachtrag: Manchmal findet sich Familiengeschichte und Ähnlichkeiten auf die merkwürdigste Art und Weise.

(Edit: Das Thema scheint zu bewegen, neben den Kommentaren habe ich zehn Nachrichten von “stillen Lesern” bekommen. Viele mit netten Kommentaren und Anregungen. Es war ein wirklich zum Nachdenken anregendes Ereignis. Vielen Dank an Alle!)

Ich werde ab heute dieses Blog mal unter diesem Pseudonym weiter führen. Mir ist bewust, dass ich da für Leute die mich lange kennen ein wenig unbeständig wirken muss, wie mit er Wahl meiner E-Mail-Adressen. Es gibt auch noch ein paar andere Gründe, aber die gehören nicht hier er sondern eher in ein persönliches Gesprch unter Freunden.

Kategorien:Lebensuntauglich

Bügeleisen Teil II & Weihnachten

Dezember 5, 2009 Will 1 Kommentar

Ich berichtete ja jüngst über meine Odyssee im Zusammenhang mit dem Kauf eines Bügeleisens. Heute habe ich mir meine “Weinachtsgeschenke” gekauft, sprich ich habe ein paar Dinge gekauft, die meinen Haushalt ergänzen sollen. Naja eher wegen der Jahreszeit als Weihnachten. Also meine Ausbeute beim Elektro-Discounter war ein Dampfgarer und ein neues Bügeleisen (!). Ich war bei meinen Kreisen im Elektro-Discounter an einem Pärchen vorbei gekommen, er so ein Schönling, die für sie ein Laptop kaufen wollten. Er war der Meinung, es solle Hightech-Laptop A sein und sie hat sich aus Ästetikgründen nicht für neustes  Laptop sondern für B entschieden, weil das besser aussehe.

Die Beiden waren dann an der Kasse hinter mir, ich mit meinem großen Dampfgarer- und Bügeleisen-Paket auf dem Arm. Er sah auf die Pakete und meinte abfällig zu mir:”Ach da wird sich Schatzi zu Weihnachten aber freuen!”. Ich sah ihn entgeistert an und meinte: “Sind sie noch ganz dicht, ich lasse meine Frau doch nicht an MEINEN Dampfgarer und MEIN Bügeleisen. Die kriegt ihre Alu-Felgen zu Weihnachten und gut ist!” Seine Frau sah ihn vorwurfvoll in der Form “siehst Du es gibt doch solche Männer!”. Zudem sahen ihn alle Frauen, die das an der vollen Kasse mitbekommen hatten, lachend an. Er holte Luft um noch was zu erwidern und ich bügelte ihn ab: “Am besten Sie sagen nun nichts mehr, ich denke das ist das Einzige um den Rest Ihrer Würde zu erhalten…”. Er murmelte noch was aber sagte nichts mehr laut.

Kategorien:Lebensuntauglich